Kontaktieren Sie uns:
+43 662 2682050
Für Bestellungen und technische Fragen stehen Ihnen unsere Vertriebsmitarbeiter gerne zur Verfügung.
Wir sind erreichbar von Montag – Donnerstag 08:00 – 16:00 Uhr und Freitag von 08:00 – 12:00 Uhr.

Lautstärke und Lärmpegel, Gesetze und Regelungen

Für die zulässige Lärmbelastung am Arbeitsplatz bestehen verschiedene Regelungen. In Europa gelten für die Lärmbelastung am Arbeitsplatz die Regelungen der EU-Richtlinie 2006/42/EG, in den Vereinigten Staaten gilt die Norm OSHA 1910.95 zur Lärmexposition am Arbeitsplatz. Die Abkürzung OSHA steht für Occupational Safety and Health Administration, eine staatliche Behörde, die für die Umsetzung der gesetzlichen Regelungen für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz in den Vereinigten Staaten zuständig ist. In einigen Ländern galten strengere nationale Regelungen als jene, die in den EU-Richtlinien definiert sind oder von der OSHA festgelegt werden.

Gesetze und Vorschriften

 

Vorschriften über den an Arbeitsplätzen zulässigen Lärm finden sich u. a. in der EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und in den amerikanischen Vorschriften OSHA 1910.95 „Occupational noise exposure“. OSHA ist eine Abkürzung von „Occupational Safety and Health Administration“. Dabei handelt es sich um das Bundesorgan, das für die Anwendung der Arbeitsschutzgesetze in den USA verantwortlich ist. Es gibt auch Länder, die strengere nationale Anforderungen stellen, als sie in der EU-Richtlinie oder von OSHA angegeben sind.

Laut der EU-Richtlinie ist es erforderlich, dass der geringst mögliche Lärmpegel erreicht werden muss, wobei die technische Entwicklung und die Möglichkeiten zu berücksichtigen sind, den Lärm, insbesondere an der Lärmquelle, zu begrenzen. Bei Überschreitung der angegebenen Richtwerte muss die Ursache untersucht werden. Ein zeitlich festgelegtes Maßnahmenprogramm ist auszuarbeiten und durchzuführen. Die Lärmexposition ist so weit wie möglich unter den angegebenen Wert zu reduzieren.

Den Arbeitnehmern sind bei Überschreitungen sowie zu den ergriffenen Maßnahmen hinreichende Informationen zu geben. Es müssen auch Informationen zu den Gefahren, dass Hörschäden durch Lärmexposition auftreten können, sowie über die Verpflichtung, einen Hörschutz zu tragen, gegeben werden.

Maschinen und technische Anordnungen müssen entsprechend dem aktuellen Stand der Technik so konstruiert sein, dass Lärm vermieden wird. Es ist also wichtig, der technischen Entwicklung im Bereich der Lärmbekämpfung zu folgen. Die Lärmreduzierung direkt an der Schallquelle ist im Allgemeinen am effektivsten und ökonomischsten.

Bei der Beurteilung, wie hoch die geringste praktisch mögliche Lärmexposition ist, ist es wichtig, die aktuelle technische Entwicklung und die Möglichkeiten, den Lärm zu begrenzen, zu berücksichtigen.

Aufgrund der EU-Richtlinie kann der frühere Hinweis, dass die wirtschaftliche Angemessenheit der Lärmschutzmaßnahmen berücksichtigt werden kann, nicht mehr ausgenutzt werden. Die Absicht der EU-Richtlinie besteht u. a. darin, dass Unternehmen und Länder nicht aufgrund eines schlechteren Arbeitsschutzes konkurrieren können.

Internationale und nationale Vorschriften.

 

Im Großen und Ganzen geben alle Gesetze zur Lärmbekämpfung am Arbeitsplatz den Grenzwert für den maximalen Lärmpegel Leq zwischen 85 und 90 dB(A) für eine achtstündige Exposition an. Dies basiert auf den Richtlinien in der internationalen Norm ISO 1999:1990.

Die europäische Richtlinie 2003/10/EG über Mindestvorschriften zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch physikalische Einwirkungen (Lärm), gibt den maximalen Leq-Grenzwert mit 87 dB(A) für einen achtstündigen Arbeitstag an.

Frankreich, Schweden, Norwegen, Neuseeland und Spanien lassen ein Leq von 85 dB(A) für einen achtstündigen Arbeitstag mit einem Halbierungspegel von 3 dB(A) zu, während in den USA für einen achtstündigen Arbeitstag 90 dB(A) bei einem Halbierungspegel von 5 dB(A) zugelassen sind.

Mit dem Halbierungspegel ist Folgendes gemeint: Wenn der Halbierungspegel 3 dB(A) beträgt, dann wird die Zeit halbiert, in der eine Person von diesem Lärmpegel exponiert sein darf.

In Großbritannien geben die nationalen Vorschriften (Control of Noise at Work Regulations 2005) entsprechend der EG-Richtlinie einen Leq-Grenzwert von 87 dB(A) für eine achtstündige Exposition an.

Die Entwicklungsländer haben traditionell die Gesetze und Regeln angenommen, welche die Industrieländer festgelegt haben, ohne dass sie Rücksicht auf örtliche Umstände genommen haben. Beispielsweise  liegt in Indien die Grenze für eine achtstündige Exposition seit 1948 bei 90 dB(A). Da die meisten Fabriken in Indien aber eine sechstägige Arbeitswoche haben, ergibt dies eine gesamte Exposition von 48 Stunden in der Woche. Dies führt also zu einer höheren gesamten Exposition, als in den Industrieländern festgelegt worden ist.

OSHA 1910.95 legt die Grenzwerte für die Lärmexposition am Arbeitsplatz fest. Die Grenzwerte basieren auf dem bewerteten Mittelwert eines Arbeiters während eines achtstündigen Arbeitstags. OSHA gibt den höchsten zugelassenen Expositionspegel PEL (Permissible exposure limit) mit 90 dB(A) für alle, die acht Stunden am Tag arbeiten, an. Diese Werte gelten bei einem Halbierungspegel von 5 dB(A).

NIOSH (The National Institute for Occupational Safety and Health) in den USA empfiehlt, dass der energieäquivalente Mittelungspegel, dem ein Arbeiter ausgesetzt ist, auf 85 dB(A) für einen achtstündigen Arbeitstag reduziert wird, um die Gefahr von Hörschäden zu minimieren. NIOSH hat basierend auf aktualisierten Literaturstudien festgestellt, dass schon bei einem Grenzwert in Höhe von OSHA PEL bedeutende Hörschäden auftreten können. NIOSH empfiehlt auch einen Halbierungspegel von 3 dB(A), sodass jede Erhöhung um 3 dB(A) die zugelassene Expositionszeit halbiert.

Beispiel: OSHA lässt eine achtstündige Exposition bei Lärmpegeln von 90 dB(A) zu, aber eine nur zweistündige Exposition bei 100 dB(A). NIOSH empfiehlt, dass die achtstündige Exposition auf unter 85 dB(A) begrenzt wird. Für 100 dB(A) empfiehlt NIOSH eine Exposition von weniger als fünfzehn Minuten pro Tag.

1981 hat OSHA neue Anforderungen eingeführt, um Arbeiter der Fertigungsindustrie zu schützen. Wenn der Arbeiter während einer achtstündigen Arbeitsschicht einem bewerteten energieäquivalenten Schallpegel von 85 dB(A) oder mehr ausgesetzt ist, muss der Arbeitgeber ein Hörschutzprogramm (Hearing Conservation Program) einführen. Dies bedeutet, dass der Arbeitgeber den Schallpegel messen, jährliche kostenlose Hörtests anbieten, Hörschutz und Weiterbildungen bereitstellen sowie die Schutzmaßnahmen auswerten muss, soweit nicht mithilfe veränderter Arbeitsverfahren, Werkzeuge und Ausrüstungen sichergestellt werden kann, dass die Arbeiter mit weniger als 85 dB(A) exponiert werden.