Kontaktieren Sie uns:
+43 662 2682050
Für Bestellungen und technische Fragen stehen Ihnen unsere Vertriebsmitarbeiter gerne zur Verfügung.
Wir sind erreichbar von Montag – Donnerstag 08:00 – 16:00 Uhr und Freitag von 08:00 – 12:00 Uhr.

Hörschäden

Die moderne Gesellschaft hat eine Umwelt erzeugt, in der das Ohr das am häufigsten und leichtesten geschädigte Sinnesorgan ist. Das Ohr ist nicht konstruiert, um viele der Geräusche und Lärmarten, die in der heutigen Industriegesellschaft vorkommen, auszuschließen oder auszuhalten. Deshalb kann das Ohr durch starken und sich wiederholenden Lärm schwer geschädigt werden.

Wie Lärm uns betrifft

Der Mensch hat fünf Sinne: Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Fühlen. Auf den ersten Platz der Sinne wird das Sehen gesetzt. Dieser ist wichtig, damit wir unsere Ausbildung und unsere Arbeit schaffen können.

Nach dem Sehen wird das Hören als zweitwichtigster Sinn betrachtet. Und zwar, weil wir durch Sprechen und Hören miteinander kommunizieren. Das Hören ist auch unser empfindlichster und wichtigster Warnmechanismus. Er nimmt Eindrücke aus allen Richtungen auf und ist nicht nur im wachen Zustand sondern auch während des Schlafs für Impulse offen.

Ein Hörschaden kann dazu führen, dass der Geschädigte teils oder ganz von seiner Umgebung isoliert wird. Ein solcher Hörschaden kann niemals repariert werden. Früher wurde eine Lärm machende Maschine als Symbol für Stärke, Macht und Wohlstand angesehen. Man gewöhnte sich an den Lärm, er wurde also akzeptiert, weil die Lärm machende Maschine Einkommen und Existenz bedeutete. Dass die dem Lärm ausgesetzte Person schwerhörig wurde oder sogar beinahe taub, wurde als zum Beruf gehörig betrachtet. Heute müssen wir uns nicht mehr mit dieser Erklärung zufriedengeben. Es gibt Möglichkeiten, den Lärm zu verringern oder auszuschließen, sowohl an unseren Arbeitsplätzen als auch im Alltag. Den Menschen müssen die Gefahren und Möglichkeiten nur bewusst gemacht werden, damit der Lärm bekämpft werden kann. Lärm wird von vielen Experten und Forschern als eines unserer größten Umweltprobleme angesehen.

Im Zusammenhang mit Lärm wird gewöhnlich von drei Einflussarten gesprochen:

 

Psychisch

Der psychische Einfluss besteht aus Irritation aufgrund kontinuierlichen oder wiederholten Lärms. Die Intensität einer solchen Störung muss nicht groß sein, insbesondere nicht im Zusammenhang mit Entspannung und Schlaf. Dann reicht ein tropfender Wasserhahn oder dumpf lärmender Verkehr aus. Irritierender Lärm am Arbeitsplatz verringert die Arbeitskapazität und das Leistungsvermögen. Grundsätzlich gilt, dass die Irritation mit der Stärke des Geräuschs zunimmt und dass Lärm, der distinkte, hochfrequente Töne enthält, besonders störend ist.

 

Übertönung

Wenn der Lärm übertönend ist, bedeutet dies, dass er das Ohr daran hindert, andere Geräusche, wie z. B. Gespräche oder Warnsignale wahrzunehmen. Der übertönende Lärm kann deshalb zu einer Erhöhung der Unfallgefahr am Arbeitsplatz führen.

 

Physisch

Physisch werden wir vom Lärm vor allem dadurch beeinflusst, dass das Innenohr geschädigt wird, entweder direkt durch sehr intensiven Lärm, wie z. B. einem Gewehrschuss, oder sukzessiv durch eine kontinuierliche Exposition durch Industrielärm. Andere Lärmeinwirkungen physischer Natur können ein erhöhter Blutdruck, ein veränderter Atemrhythmus und eine veränderte Magensäureproduktion sein. Blutzirkulation, Schlaf und Verdauung verschlechtern sich. Dies kann zu Kopfschmerzen, Unwohlsein, Muskelverspannungen sowie allgemeine psychische und physische Müdigkeit führen, was wiederum zu mangelnder Aufmerksamkeit führen kann.

Wenn das Ohr durch zu starke Geräusche belastet wird, können die schallempfindlichen Haarzellen im Innenohr geschädigt werden. Je stärker das Geräusch ist, umso kürzer ist die Zeit, bis ein Schaden entsteht.

Wenn man starkem Schall ausgesetzt wird, kann man das Gefühl haben, dass es ohrenbetäubend ist, dass man schlechter hört und dass ein Säuseln oder Klingeln im Ohr entsteht. Meistens erholt sich das Ohr nach einer gewissen Zeit wieder – der Schaden war nur kurzzeitig, zeigt aber doch, dass man mehr Lärm ausgesetzt war, als das Ohr verträgt. Das ist ein deutliches Warnsignal, das sehr ernst zu nehmen ist.

Eine wiederholte Exposition des Ohrs durch starken Lärm kann dazu führen, dass sich das Ohr allmählich nicht mehr erholen kann. Dann ist ein andauernder Hörschaden entstanden, der nicht geheilt werden kann. Es besteht die Gefahr, dass das Säuseln oder Klingeln im Ohr andauernd bestehen bleibt. Vor allem die Fähigkeit des Ohres, höhere Frequenzen, die Diskantlaute, wahrzunehmen, ist gefährdet, wenn man all zu großem Schalldruck ausgesetzt wird.

Auch eine relativ geringe Einschränkung des Hörvermögens kann Beschwerden bereiten, weil sie häufig dazu führt, dass Gespräche nicht richtig verstanden werden. Das merkt man vor allem, wenn man sich in größerer Gesellschaft befindet und dadurch gestört wird, dass mehrere Personen gleichzeitig sprechen oder dass Hintergrundgeräusche auftreten. Häufig bemerkt man einen entstehenden Hörschaden selbst erst ab einem späten Stadium, da man sich an die Verschlechterung schrittweise gewöhnt. In einem gewissen Umfang kompensiert das Gehirn das schlechter werdende Gehör durch Verwendung anderer Sinne, z. B. durch Ablesen der Lippen des Sprechenden. Auch das trägt zum verzögerten Aufdecken von Hörschäden bei.

Eine Hörverschlechterung ist in den allermeisten Fällen ein andauernder Schaden, der mithilfe technischer Hilfsmitteln, wie beispielsweise Hörgeräten, nur ungenügend kompensiert werden kann.

Tinnitus

Wer unter Tinnitus leidet, erlebt Geräusche, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Diese können z. B. als Säuseln, Klingeln und eintonige Geräusche im Kopf aufgefasst werden. Tinnitus kommt häufig als Schlusspunkt eines Lärmschadens vor, tritt aber auch im Zusammenhang mit Hörschäden auf, die eine andere Ursache haben. Tinnitus kann auch auftreten, wenn keine messbare Hör-verschlechterung nachweißbar ist. Wenn wir von Tinnitus als Problem sprechen, ist der andauernde Tinnitus gemeint, der das Individuum stört. Tinnitus kommt in unterschiedlichem Grad bei ca. 10–15 % der Bevölkerung vor. Schwerer Tinnitus kommt bei ca. 3–5 % vor.

Exakt ist nicht bekannt, wodurch Tinnitus verursacht wird. Eine Theorie besagt, dass die Hörzellen so geschädigt wurden, dass sie falsche Signale an das Gehirn senden. Signale, die das Gehirn als Geräusche interpretiert. Es lässt sich sagen, dass die Hörzellen vom Lärm „geschockt“ wurden und in einer Stellung verharren, aus der sie Signale senden, obwohl es in der Umgebung keinen Schall gibt.

Tinnitus ist in den meisten Fällen ein temporäres Problem, kann bei einigen Personen aber bestehen bleiben, was vergleichbar mit chronischen Schmerzen ist, und dann ist es wichtig nach Hilfe zu suchen.  Außerdem wird Tinnitus schlimmer, wenn man gestresst, müde und deprimiert ist. Der Tinnitus kann nicht mit Medizin behandelt oder durch eine Operation entfernt werden, es gibt aber Behandlungsmöglichkeiten, die Linderung und Hilfe bieten.

Geräuschüberempfindlichkeit

Eine andere Form von Hörschaden, der entstehen kann, ist die Überempfindlichkeit für Geräusche. Geräusche als unangenehm stark empfunden, die eigentlich gar nicht so laut sind. Dies entsteht häufig, aber nicht immer, im Zusammenhang mit Tinnitus.

Tonverzerrungen

Eine weitere Schadensform ist, dass der Schall verzerrt wird. Auch wenn das Geräusch deutlich hörbar ist, wird es aufgrund des Schadens im Ohr mit schlechterer Qualität gehört. Doppelt hören ist eine Form des verzerrten Hörens. Beim verzerrten Hören wird ein Ton entweder wie zwei kombinierte unharmonische Töne oder mit unterschiedlichen Tonhöhe im linken und im rechten Ohr wahrgenommen. Dies kann sehr beschwerlich sein, gerade wenn Musik gehört wird.

Eine häufige und ganz falsche Auffassung besteht darin, dass man sich an Lärm gewöhnt. Eine positive Einstellung zum Lärm sorgt dafür, dass einige physische Reaktionen im Körper reduziert werden, die negativen Einwirkungen des Lärms auf das Hörorgan werden aber nicht vermieden: Es kommt zu einer Ermüdung und Lähmung einiger Haarzellen. Dass man von Lärm, an den man sich gewöhnt hat, nicht beeinflusst wird, liegt daran, dass das Hörvermögen für die Frequenzen, in denen der Lärm am stärksten ist, herabgesetzt ist. Wer sich an einen gewissen Lärmtyp gewöhnt hat, kann also unempfindlich für alle in diesem Lärm enthaltenen Frequenzen sein.

Wie schon früher erwähnt, entsteht das Geräusch, wenn eine Druckwelle auf das Trommelfell und die Schnecke im Innenohr einwirkt. Die Membran in der Schnecke vibriert und wirkt auf die Sinneshaare ein, die durch die Druckwelle bzw. Frequenz gerade gebogen werden. Wenn dieselben Haarzellen innerhalb einer bestimmten Zeit stark gereizt werden, ändert sich der Stoffwechsel und die Sinneszellen werden zeitweise außer Funktion gesetzt. Man wird schwerhörig. Wenn sich die Zellen nach einer nicht all zu starken und lang anhaltenden Belastung ausruhen können, können sie sich erholen und wieder funktionieren. Wenn sich die Belastung täglich wiederholt, können sich die Haarzellen zwischen den Umläufen nicht wieder normalisieren. Die Blutversorgung und der Stoffwechsel der Zellen haben sich so verändert, dass sie nicht länger funktionieren.

Das Unangenehme an Hörschäden ist, dass sie zunächst nicht bemerkt werden. Die oberhalb des Sprachbereichs liegenden hohen Frequenzen sind zuerst betroffen. Man hört kein Vogelgezwitscher mehr und auch nicht das Zirpen der Grillen. Zum Schluss ich auch der Sprachbereich betroffen.

Im Sprachbereich verschwinden als Erstes die Konsonanten und dann die Vokale. Der Effekt kann dann überraschend schnell und verheerend auftreten. Lärmschäden führen häufig zur Erzeugung von Nervenimpulsen, die als Pfeifen oder Sausen reiner Töne oder als Tonkomplex in einem bestimmten Frequenzbereich aufgefasst werden. Man erlebt die Hörverschlechterungen also ohne Stimulanz. Dieses Phänomen kann zu genau so großen psychischen Belastungen wie der eigentliche Hörschaden führen. Man kann sich an Lärm anpassen, früher oder später muss aber der hohe Preis für die Anpassung bezahlt werden.

Ein Hörschaden kann niemals geheilt werden.

Lautstärke und Lärmpegel, Gesetze und Regelungen

Mehr erfahren